Ich weiß zwar nicht, ob meine männlichen Leser ästhetisch und meine weiblichen von zartem Gefühl sind... aber sicherlich haben alle ihre ureigene Art, ihren Tee zu trinken.
lasst uns einen kleinen Blick rund um die Welt werfen, wie in anderen Ländern und bei anderen Menschen Tee getrunken wird...

Beginnen wir bei uns im hohen Norden - in Ostfriesland, der deutschen Hochburg des Teegenusses.

Die Ostfriesen sind stolz darauf,  weltweit den dritthöchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Tee auf ihre Fahnen schreiben zu können. Vielleicht liegt es am Klima, vielleicht aber auch an der positiven Wirkung des Tees bei Erkältungen.

Teetrinken ist bei den Ostfriesen eine tägliche Zeremonie, die mindestens zweimal pro Tag durchgeführt wird:
von 10 bis 11 Uhr vormittags und von 15 bis 16 Uhr nachmittags.
Zu jeder Teepause gehören mindestens drei Tassen Tee.

Während der Japaner die vollkommene Ruhe zelebriert, erinnert die ostfriesische Teestunde an einen gemütlichen Kaffeeklatsch.
Aber Vorsicht: Auch dieser "Klönsnack" läuft nach bestimmten Regeln ab!

Die Ostfriesen trinken ihren Tee nicht einfach, sie zelebrieren ihn mit einem Ritual. Zunächst wird ein "Kluntje" (ein großes Stück Kandiszucker) in
die Tasse gegeben, darauf gießt man den heißen schwarzen Tee. Das Knacken und Knistern der Kluntjes klingt vielversprechend. Anschließend wird mit
einem speziellen Sahnelöffel ein Schuss Sahne oder Rahm in den Tee gelegt, wo er sofort die so genannten "Wulkjes" (Wölkchen) bildet. So entsteht ein
Kunstwerk, das in keinem Fall durch Umrühren zerstört werden darf! Darunter leidet nämlich nicht nur die Optik, sondern auch der Geschmack.
Denn nun wird der Tee schichtweise in Schlucken genossen: Zunächst die samtweiche Sahneschicht, anschließend die herbe Teemischung und zum Schluss die süße Geschmacksrichtung. Dieses Ritual wird mehrmals vollzogen, drei Tassen mindestens, denn das ist das so genannte "Ostfriesen-Recht". Wer genug Tee genossen hat, stellt als Signal seinen Löffel in die Tasse.

Guter Tee ist für den Ostfriesen eindeutig starker Tee, also die berühmten Ostfriesen-Mischungen.

Unzertrennlich mit Tee und Ostfriesland verbunden: "Kluntjes", also Kandiszucker, und "Wulkje", die Sahnewolke. Stellt euch mal das samtweiche Knistern von Kandis in heißem, sahnigem Tee zu einem langen Winterabend am Kamin vor ...

 



Machen wir nun gedanklich einen Sprung über den Kanal in die für uns klassische Teenation Nr.1 : Grossbritannien und Irland

Dass die Engländer in Europa den meisten Tee trinken, ist allerdings ein Gerücht. Mit etwas über 3 Kilogramm pro Kopf und Jahr trinken die Iren mehr Tee als irgendein anderes Volk in Europa. Und im internationalen Vergleich liegt England sogar nur auf Platz sieben, selbst Ostfriesland liegt vor den Engländern.

Irland ist vielen Teetrinkern bekannt für ihre in großen Mengen Tee schlürfenden Bewohner. Tatsächlich ist Irland laut Statistik das Land Europas mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Tee mit über 4,6 kg je Einwohner !
Das Bedürfnis der Inselbewohner nach dem aromatischen Heißgetränk hängt wahrscheinlich mehr mit dem typischen Wetter auf der "Grünen Insel" zusammen - fast jeden Tag regnet es, ein feiner Nieselregen wechselt sich mit kräftigem Landregen und stürmischen Schauern ab. Dieses feuchtnasse Wetter hat bei der Ausbreitung der Teekultur auf Irland einen großen Anteil - ebenfalls muß man die gesellige Mentalität dieses Inselvolks heranziehen, wenn man diesen erstaunlichen Zuspruch an dem exotischen Heißgetränk verstehen will. Tee ist in Irland wahrhaft ein Volksgetränk - die klassische Afternoon- Tea Time gehört zu Irland wie der Regen...
zeig mir einen Haushalt, indem nicht ständig ein Kessel heisses Wasser für einen Tee bereit gehalten wird!

Überwiegend wird der Tee in Irland mit Milch bzw. Sahne und Zucker getrunken.....
es sollen aber auch schon Menschen gesichtet worden sein, die Zitrone zum Tee nehmen!
Zum "Afternoon Tee" gehören natürlich ofenwarme Scones - eine Art Brötchen - die mit Butter und div. Marmeladen ein wahrer Genuss sind.
Die Krönung allerdings sind diese Scones mit clotted cream und frischen Erdbeeren!

In  England und Schottland entstand bereits im 17. Jahrhundert eine richtige Teekultur, die  weit über Großbritannien hinaus bekannt ist.
Das Teetrinken gehört zur typisch britischen Lebensart und ist fester Bestandteil der Trinkkultur. Vor allem der Nachmittagstee wird regelrecht zelebriert und nach bestimmten Regeln serviert.
Briten trinken fast ausschließlich schwarzen Tee, vorzugsweise unaromatisiert, obwohl der bekannte Earl Grey Tee nach einem Briten benannt ist. Bevorzugt werden kräftige Sorten, nicht unbedingt die hochwertigsten. Die Teeblätter werden lose in die Kanne gegeben und mit kochendem Wasser überbrüht, wo sie auch bleiben, so dass der Tee allmählich immer stärker wird. Aus diesem Grund wird mitunter zusätzlich heißes Wasser nachgegossen. Außerdem trinken die meisten Briten ihren Tee mit Milch, denn dadurch wird er milder. Die Frage, ob zuerst der Tee eingegossen wird oder die Milch, ist im Königreich eine Streitfrage zwischen den Anhängern des Prinzips Milk-in-first (Mif) und Tea-in-first (Tif), die vermutlich nie endgültig entschieden wird. Queen Elizabeth II. soll eine Tif-Anhängerin sein.


Zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Afternoon Tea (Nachmittagstee) der Duchess of Bedford bekannt, zu dem sie ausschließlich weibliche Gäste einlud. Es war eine Art Imbiss, der die Pause zwischen Mittag- und Abendessen überbrückte, denn zum Tee wurden stets auch Gebäck und Sandwiches serviert. Wer diese Tradition in dieser Form letztlich zuerst eingeführt hat, lässt sich nicht nachweisen, aber sie hat sich in Großbritannien bis heute in den sehr traditionellen Familien gehalten, sonst ist es nicht mehr üblich.

Der Afternoon Tea wird auch Low Tea genannt, weil er traditionell im Salon an einem niedrigen Teetisch eingenommen wurde, nicht am Esstisch. Der Begriff Teatime ist eher außerhalb Großbritanniens gebräuchlich, denn Tee wird hier zu jeder Tageszeit getrunken. Die klassische Zeit für den Afternoon Tea ist 16 oder 17 Uhr; in großen Hotels wird dieser Tee häufig zwischen 15 und 19 Uhr serviert.

Der Nachmittagstee ist eine komplette Zwischenmahlzeit, der in Deutschland dem Nachmittagskaffee entspricht. Schon aus Zeitgründen und auf Grund der Berufstätigkeit vieler Frauen wird er in vielen Familien de facto nur am Wochenende zelebriert. Es gilt jedoch als chic, sich zum Afternoon Tea in einem renommierten Hotel zu treffen.

Für den formellen Afternoon Tea gibt es feste Regeln, die zumindest in der Oberschicht nach wie vor beachtet und von einer Generation an die nächste weitergegeben werden (siehe Tee-Etikette). Die dazu gereichten Speisen bestehen gewissermaßen aus drei Gängen, wobei alle mit den Fingern gegessen werden: Der erste Gang besteht aus Sandwiches in verschiedenen Variationen, wobei Gurken-, Lachs- und Schinken-Sandwiches fast obligatorisch sind. Der zweite Gang sind Scones, weiche Teebrötchen, die grundsätzlich mit ungesüßter Schlagsahne oder Clotted Cream, und Marmelade serviert werden. Als dritter Gang werden Gebäck und kleine Süßigkeiten wie kandierte Früchte und Pralinen gereicht. Die Mahlzeit dauert mindestens eine Stunde.

Eine einfache Variante des Nachmittagstees ist als Cream Tea bekannt, die ursprünglich aus Südengland stammt. In diesem Fall gibt es zum Tee nur die erwähnten Scones mit Schlagsahne und Marmelade. In den unteren Schichten gab es zum Afternoon Tea früher nur Brot und Butter. Als geringwertig eingestufte Tees werden von Briten daher als Bread and Butter Tea bezeichnet.


 

China ist das Mutterland des Teeanbaus. Wann damit genau begonnen wurde, lässt sich jedoch nicht nachweisen. Sicher ist, dass es bereits im Jahr 221 v. Chr. eine Teesteuer gab. Die chinesische Teezeremonie wurde nie so stark verfeinert und überhöht wie in Japan, dafür ist sie stärker in der gesamten Bevölkerung verwurzelt.

Die Chinesische Teekultur ist bereits über 2000 Jahre alt und damit die weltweit älteste. Japan hat seine Teekultur von China übernommen und im Laufe der Zeit verfeinert. Auch in China gibt es eine eigene Teezeremonie, die übersetzt Teekunst genannt wird. Nach der massiven Unterdrückung der öffentlichen Teekultur während der Kulturrevolution und der Schließung vieler Teehäuser ist sie heute aber nur noch im Süden und Westen Chinas und auf Taiwan wirklich verbreitet. Das Teetrinken hat sich jedoch bis heute unverändert in den Familien erhalten, wobei die meisten Chinesen ausschließlich ungesüßten grünen Tee trinken.

Es würde zu weit führen, die chinesiche Teezeremonie in allen Einzelheiten zu beschreiben....
interessant allerdings sind die kleinen Dinge am Rande:

Gäste werden in China zum Zeichen der Wertschätzung immer mit Tee bewirtet. Diese Geste existiert bis heute auch noch innerhalb der Familien. Die jüngere Generation bietet der älteren Tee an, um ihre Ehrerbietung zu zeigen. Die Fähigkeit, guten Tee zuzubereiten, war früher auch ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl künftiger Schwiegertöchter. In den wohlhabenderen Familien der Han-Chinesen zeigte die Teekanne den sozialen Status der Trinker an: Für die Diener, Tagelöhner etc. gab es eine große Kanne aus Zinn, die in einem Holzeimer mit Öffnung stand. Hielt man den Eimer schräg, floss der Tee heraus; so brauchte man keine Teeschale. Eine kleinere Porzellankanne war für die Familie und Gäste bestimmt. Das Familienoberhaupt und Ehrengäste tranken ihren Tee dagegen aus Teeschalen mit Deckeln.

Tee spielt auch bei vielen Bräuchen eine wichtige Rolle als symbolische Gabe, vor allem bei Hochzeits- und Verlobungsbräuchen. Die Verlobungsgeschenke der Han-Chinesen heißen heute noch "Teegeschenke". Das geht auf die Song-Dynastie zurück, als es üblich wurde, der Familie der auserwählten Braut Tee zu überbringen. Der Heiratsvermittler hieß "Teedosenträger". In der Provinz Jiangsu wurde der Bräutigam am Tag der Hochzeit von den männlichen Verwandten im Haus der Braut mit Tee empfangen, wobei er drei Tassen zu trinken hatte, die der "Tee des Türöffnens" genannt wurden. Dann durfte er auf die Braut warten. In der Provinz Hunan gehörte Tee zur Hochzeitsfeier.
Das Brautpaar bot reihum allen Gästen Tee an als Zeichen der Wertschätzung, die sich wiederum mit Geldgeschenken bedankten. Dann trank das Paar eine Tasse Tee "für die Zusammenführung der Kopfkissen". Bei der Bai-Nationalität gehört ein Teeritual im Schlafzimmer der Brautleute zu den Hochzeitsbräuchen. Das Paar bietet den dort anwesenden Gästen dreimal hintereinander Tee an, zuerst bitteren, dann gesüßten Tee mit Nusskernen und schließlich süßen Milchtee - zuerst bitter, dann süß, dann ein Geschmack zum Nachdenken.

Von einer Schwiegertochter wurde früher auch erwartet, dass sie es verstand, guten Tee zuzubereiten. Am Tag nach der Hochzeit hatte sie früh aufzustehen und ihren Schwiegereltern Tee zu servieren. Und es war üblich, dass der älteste Sohn oder die älteste Tochter einer Familie den Eltern jeden Morgen im Namen der Kinder eine Tasse Tee brachte.


 

Eine weitere grosse Teetrinker Nation ist Russland.
Bereits zu Zarenzeiten wurden dort beachtliche Mengen Tee konsumiert. Die langen, kalten Winterabende wurden in Rußland stets mit dem summenden Samowar und heißem, stark gesüßten Schwarztee überbrückt. Ohne Tee ist bis heute kein Haushalt in Rußland anzutreffen.


Der klassische russische Samowartee wurde jahrzehntelang auf dem beschwerlichen Landweg über Sibirien in die Handelskontore nach Petersburg und Moskau gebracht. Diese sogenannten "Karawanentees" stammten zum größten Teil aus Südwestchina und zeichneten sich durch einen kräftigen, leicht rauchigen Geschmack aus.
Die Sowjetunion der 60er und 70er Jahre gehörte  zu den größten Erzeugerländern von Schwarztee. Allerdings wurden diese Teesorten fast ausschließlich für den einheimischen Markt produziert -
Tee (auf russisch: Tschaj) war inzwischen Volksgetränk Nummer Eins. Tee verband die heterogenen Volksmassen dieses Riesenreiches mehr miteinander als alle staatliche Gesetze oder die wirtschaftlichen Defizite. Bei einer Tasse Tee mit Warenije (eine fruchtige, meist selbst hergestellte Konfitüre) vergaß man den etwas tristen Alltag im Riesenreich. Friedlich vereint saß man um den Samowar, lauschte dem Blubbern und Summen und trank Tee.

Tee nach russischer Art (Samowartee) wird auch in vielen Haushalten Deutschlands mit wachsender Begeisterung getrunken. Dazu reicht man Konfekt, Gebäck (Piroschki, süße Piroggen, Pliwi, Petschenije..) oder an Feiertagen - wie in Russland - auch Torte.
Behaglichkeit und Faszination gehen von dem dickbauchigen Samowar aus, der den ganzen Tag dampfend auf dem Tisch steht. Samowar heißt nämlich in der Übersetzung "Selbstkocher". Obenauf gluckt wie eine Henne der "Tscheinik", die kleine Kanne mit einem starken Extrakt aus Tee und etwas Wasser. Das Wasser im Samowar wird immer auf dem Siedepunkt gehalten. Ein Drittel Tee-Extrakt aus dem "Tscheinik" wird mit zwei Dritteln heißem Wasser verdünnt. Auch die Tradition der hohen Teegläser auf einem Metallfuß stammt übrigens aus Russland. Wer den russischen Tee stilecht genießen möchte, nimmt einen Teelöffel voll "Warenije", eingekochter Früchte, in den Mund und lässt den Tee langsam darüber laufen.

Wenn ihr einmal das Vergnügen haben solltet, mit der Transsibirischen Eisenbahn zu reisen, lasst ihr die eigene  Thermoskanne am besten zu Hause und nehmt ein Päckchen losen Tee mit. Denn in fast allen Waggons wird es einen Behälter mit heißem Wasser für frisch aufgebrühten Tee geben. Solche Gepflogenheiten sind in einem so frostigen Land eigentlich kein Wunder.

 


Die durch den heißen Wüstenwind der Sahara geprägten Kulturen Arabiens und des klassischen Orients sind ebenfalls große Teetrinker-Nationen.

Hierbei unterscheiden sich drei große Kulturkreise:

da ist zum einen der Maghreb, der Westen Arabiens (Marokko, Algerien, Tunesien), wo der klassische Thé a la Menthe oder auch Thé du Bérbér getrunken wird. Es handelt sich hierbei um einen kräftigen Grüntee (meist eine preiswerte Gunpowder-Sorte), der mit viel Zucker in kleinen Silberkännchen auf dem offenen Kohlefeuer aufgekocht wird und dann in hohen Gläsern mit einem frischen Nanaminze-Trieb (eine nur in den Bergen des Atlas anzutreffende Minzart) serviert wird.

In Libyen, Ägypten und den Ländern des Nahen Ostens wird anstelle von Grüntee starker Ceylon-Schwarztee verwandt. Bei den Beduinen auf der Arabischen Halbinsel wird dem Tee ein wenig Oregano (Wilder Majoran) beigefügt, welches ihm einen eigentümlichen Beigeschmack verleiht.

In den mittelasiatischen Ländern Afghanistan, Iran, Turkmenistan, Tadshikistan, Usbekistan, Kirgistan und Kasachstan wird der Tee in flachen Schalen aus schön bemaltem Porzellan serviert. Die Teekultur in diesen Länder ist maßgeblich von der türkischen Teekultur beeinflusst worden.


Man bereitet eine starken Sud, der mit kochendem Wasser aus einem Messingkessel (auch Samowar) aufgefüllt wird. Der Sud, Infus genannt, hat dabei die Konsistenz eines dickflüssigen Sirups und ist bereits stark gesüßt. Dennoch werden dem Tee nach der Wasserzugabe noch Zucker oder gezuckertes Fruchtmus (z.B. Granatapfelmus) beigegeben. Man genießt ihn ziemlich heiß und reicht dazu getrocknete Datteln und Feigen oder klebrig-süßes Nußkonfekt bzw. Pistazienkonfekt. Auch die typischen türkisch-orientalischen Küchlein, Bakhlawa genannt, dürfen beim Teetrinken nicht fehlen. Tee wird viel in den Teestuben getrunken - diese sind gleichzeitig Kommunikationszentrum und Versammlungsort für die Männer.


 

Die Japaner sind ein Volk, das das Teetrinken zu einer Kunstform erhoben hat. Eine japanische Teezeremonie hält man nämlich nicht ab, weil man durstig ist oder gerade ein wenig Leerlauf im Job hat, sondern als Weg zur geistigen Reinheit und vollkommenen Harmonie. Das Teetrinken wird also zugunsten der Zeremonie völlig in den Hintergrund gerückt.

 Auf dem Boden sitzend bereitet der Zeremonienmeister den Tee für die Gesellschaft vor. Bis eine Tasse Tee fertig ist, kann eine halbe Stunde vergehen - also nichts für Hektiker. Fast jeder Handgriff während der Zeremonie hat eine symbolische Bedeutung, die (24 verschiedenen) Utensilien für die Zubereitung haben eine traditionelle Anordnung. Im Zentrum der rituellen Handlung steht eine Teeschale mit dem pulverisierten grünen Tee Matcha. In einem komplizierten Ritual füllt der Zeremonienmeister heißes Wasser zu dem hellgrünen Pulver und rührt das Gemisch mit einem Bambusbesen schaumig. Jedes dieser äußeren Rituale hat eine Entsprechung auf der geistigen Ebene der Teilnehmer.

Die vier Grundsätze des Teeweges sind:

Wa:  Harmonie des Menschen mit sich und der Natur
Kei:  Hochachtung und Ehrfurchtchtcht
Sei:  Reinheit
Jaku: Innere Stille und heitere Gelassenheit

Die Wurzeln dieses japanischen "Teewegs" liegen übrigens im Buddhismus. Ursprünglich wurde er als Übungs- und Erkenntnisweg innerhalb des Zen begangen.