Wenn mich einer fragen würde: "wie viele Teesorten und Arten mag es wohl geben ?"
dann könnte ich ihm wohl nur antworten: " weißt du wie viel Sternlein stehen?"

Ich könnte diese Frage nicht beantworten....
aber wer könnte das? Wohl keiner ...
also habe ich hier die wohl gängigsten Teesorten und Arten versucht zu beschreiben, die mir bekannt sind. Und das sind auch schon eine ziemlich lange Liste geworden! 
Mehr würde wohl auch den Rahmen dieser kleinen Seite sprengen...

beginnen wir also mit dem klassischen Schwarztee:

Schwarzer Tee

Schwarztee wird in Ostasien eigentlich als roter Tee ( chin. Hong cha, jap. Kōcha) bezeichnet – Komplette Fermentation. Nach der Ernte wird der Tee in Weidenkörben geschüttelt, der austretende Saft reagiert mit dem Sauerstoff der Luft. Dieser Prozess heißt Fermentation. Er wird durch das Erhitzen in Eisenpfannen gestoppt. Erst nach längerer Zeit wird der Tee fertig getrocknet.

Ceylon - Sri Lanka - 

Dimbula-Distrikt
Aromatischer Tee, würzig, herb, kräftig. Leichtes Zitrus-Aroma. Ergiebig. Highgrown-Tee (Anbau in 130-2500m Höhe). Erntezeit zwischen Dezember und März.

 Nuwara-Eliya-Distrikt
Sehr aromatisch, frisch-herber Geschmack mit einem Hauch von Zitrus. Highgrown-Tee (Anbau in 130-2500m Höhe). Erntezeit: ganzjährig.

Indien

Darjeeling Autumnal
Geerntet wird dieser Tee nach dem Monsunregen zwischen Oktober und November an den Südhängen des Himalya. Buntes Teekorn mit leichtem und feinen Aroma, der Tee erreicht jedoch nicht ganz die Geschmacksfülle des First oder Second Flush. Wenig Gerbsäure.

Darjeeling First Flush
Spitzentee mit zartem, blumigen Aroma mit einer leichten bitteren Note, geerntet an den Hängen des Himalaya im Februar/ März nach der Winterpause. Oft als Flugtee bezeichnet, weil der Tee im Frühjahr nach Europa eingeflogen wird. Heller als der Second Flush und nuancenreich.

Sikkim
Tee aus dem gleichnamigen Anbaugebiet nahe Nepal und Tibet, direkt neben Darjeeling. Edler und feiner Tee, der jedoch nicht die Leichtigkeit eines Darjeelings erreicht. Einzige Plantage des Königreichs ist Temi. Duftig, blumig und aromatisch.

Nilgiri
Indischer Tee, angebaut in Höhenlagen zwischen 800 und 2000m mit frischem, lebhaften Aroma und leichter Zitrus-Note. Der Tee erinnert in der Trockenperiode zwischen Januar und März an die Ceylontees

Assam
Tee aus dem Assam Distrikt in Nordindien.
Der Tee ist kräftig, würzig und aromatisch und oft Grundlage für starke Ostfriesenteemischungen. Er wird gerne mit Sahne und Zucker (Kluntjes) getrunken.

Java
Aufgrund der idealen klimatischen Bedingungen liefert die indonesische Insel das ganze Jahr über eine gleichbleibende Qualität. Der Javatee wird hauptsächlich für Mischungen (Blends) genutzt und ist würzig und kräftig, hat jedoch nicht viele Nuancen.

China

Keemun
Chinesischer Blatt-Tee unterschiedlicher Qualität mit wenig Koffein und Gerbsäure. Der Tee ist daher magenfreundlich und ideal für den Abend. Aromatisch, zart und leicht würzig im Geschmack mit rotbrauner Tasse.

Oolong
(=chin.: "Schwarzer Drache"). Halbfermentierter Tee, bei dem der Fermentationsprozess abgebrochen wird. Der Tee wird in Formosa (Taiwan) und China angebaut. Die Inhaltsstoffe entsprechen dem des grünen Tees; der Geschmack ähnelt dem schwarzer Tees, ist jedoch zarter und feiner

Yunnan
Chinesischer Tee aus der gleichnamigen Provinz mit brauner Tasse und vollem Aroma. Der Geschmack hat eine erdige Note.

 


Grüner Tee

keine gewollte Fermentation. Bei der traditionellen Herstellung wird der Tee nach der Ernte in Eisenpfannen über dem Feuer gewelkt und dann getrocknet. Bei der industriellen Herstellung geschieht dies in großen gerührten Behältern. In Asien wird grüner Tee jedoch noch weiter unterteilt, zum Beispiel in Japan in den „normalen“ grünen Tee ( Ryokucha), vor dem Aufguss erhitzten grünen Tee( Hojicha), mit Reisflocken gemischten grünen Tee ( Genmaicha ) u. a..

Japan

Bancha
(="Großblatt-Tee") Der hellgrüne Bancha-Tee besteht vorwiegend aus großen Blättern, die erst gegen Ende der Saison geerntet werden. Er schmeckt frisch und leicht grasig. Dem Tee werden heilende Wirkungen bei Krebspatienten zugeschrieben. Der Tee enthält viel Kalzium und wenig Koffein.

Gyokuro
Gyokuro (="edler Tautropfen") ist ein Schattentee, der wenige Wochen vor der Ernte abgedunkelt wird. Dadurch entfalten sich die Wirkstoffe der Pflanze besonders gut. Der Tee enthält viel Koffein, aber wenig Gerbstoffe. Der Tee ist einer der edelsten Japans. .

Matcha
Sehr hochwertiger, edler japanischer Pulvertee mit tiefgrüner Farbe. Tee der japanischen Teezeremonie. Der Teestrauch wächst im Schatten, um ein besonders hohes Aroma zu erzielen. Der Tee schmeckt sehr intensiv, fein-herb und enthält neben viel Karotin die Vitamine A und D.

Sencha
(="Gedämpfter Tee") Gelblich-grüner, heller Tee, wird in Japan am häufigsten getrunken und produziert. Der Geschmack ist leicht herb und frisch mit einer Spur Süße. Die erhältlichen Qualitäten sind sehr unterschiedlich. Je dunkler das Blatt, desto besser die Qualität.

China

Lung Ching
(="Drachenquelle"/"Drachen- brunnen"). Sehr feiner, erlesener chinesischer Tee mit fruchtig-blumigen Geschmack und leichter süßlicher Note. Der Lung Ching ist einer der beliebtesten Tees in China und war der Tee des Kaisers im 18. Jahrhundert

Gunpowder
(="Schießpulver"). Der Tee wird so genannt, weil die Teeblätter zu kleinen Kugeln gerollt werden, die an Schrotkugeln erinnern; beim Aufgießen knistern die Blätter. Der Geschmack ist herb und kräftig. Je kleiner die Kugeln, desto besser die Qualität. Gunpowder ist der beliebteste grüne Tee

 

 


Weißer Tee

weißer Tee ist in der Regel ein lediglich zu zwei Prozent anfermentierter Tee. Diese Fermentation vollzieht sich während des Welkprozesses auf natürlichem Wege. Er wird oft als spezielle Sorte grünen Tees bezeichnet, was aber sachlich nicht korrekt ist, da es sich um eine eigenständige Herstellungsmethode handelt.

Weißer Tee wird mittlerweile in fast allen Teeregionen hergestellt; außer in China z. B. auch in Assam, Darjeeling, Nilgiri, Sri Lanka, Malawi, Kenia. Der Charakter ist regional sehr verschieden.

 

Rauchtee

Unter Rauchtee versteht man eine Teesorte, bei der die Blätter beim Trocknen im Rauch von harzreichem Holz geräuchert werden. Dadurch bekommt der Tee ein besonderes Aroma mit einer kräftig rauchigen Note und einen intensiven Duft. Am weitesten verbreitet ist heute die Sorte Lapsang Souchong. Aber auch in russischen Mischungen und Karawanen-Mischungen findet er Anwendung, die den stark rauchigen Tee nur anteilig enthalten. Diese eignen sich gut zu Brotzeiten. In reiner Form kann er auch zum Kochen als salzfreie Alternative zum Rauchsalz verwendet werden und erzeugt das in manchen Amerikanischen Küchen beliebte Räucheraroma.

Die rauchige Note ist sehr alt und dürfte bei allen Sorten mit Schnelltrocknung vorgekommen sein, bevor es gelang, heißen Luftstrom ohne Rauchbeimischung zu erzeugen. Die Bezeichnung Karawanen-Mischung geht auf eine Transportweise des Tees zurück. Die verbreitete Ansicht, der Tee hätte sein Raucharoma erst durch die nächtlichen Lagerfeuer der Beduinen bekommen, ist unbestätigt. Viele rauchige Teesorten stammen aus Regionen mit ehemals Holzfeuertrockung und der europäische Teehandel basierte fast ausschließlich auf dem Wasserweg.

 

Aromatisierter Tee
Aromatisierte Tees findet man in zwei Ausprägungen. Die klassischen aromatisierten Tees kommen aus China. Grüntee oder eine Mischung aus Grün- und Schwarztee wird durch Zugabe von frischen Blüten aromatisiert. Die Blüten werden regelmäßig abgesiebt und wieder durch frische Blüten ersetzt, bis das gewünschte Aroma erreicht ist. Die bekanntesten Varianten sind Rosentee und Jasmintee, deren Handelsformen oft noch Blütenreste enthalten.

Steigender Beliebtheit erfreuen sich in Europa aromatisierte Schwarz- oder Grüntees. Dabei wird der Tee mit unterschiedlichen natürlichen Aromen angereichert. Bekannte Geschmacksrichtungen sind Fruchtaromen wie Kirsche oder Maracuja, Vanille und andere Gewürze (zum Beispiel Anis, Zimt), oder Zitrusaromen wie Apfelsine, Lemon oder auch Bergamotte (die im Earl Grey, einem der ältesten Aromatees, enthalten ist).

Angeboten werden auch Tees mit industriell hergestellten naturidentischen Aromen wie Mandel, Bratapfel, Schokolade, Pfefferminz, Erdbeere usw. Bei vielen dieser aromatisierten Sorten spielt die Qualität des verwendeten Tees eine untergeordnete Rolle, da er nur als Trägermaterial des Aromastoffs benötigt wird.

 

Rooibos

Der Roibusch-Tee ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden, weil er milder ist als Schwarztee und Kaffee.
Obwohl er kein Tee im eigentlichen Sinne ist, soll auch er hier seinen Platz bekommen.
Der Rotbusch wächst in Südafrika und wurde dort schon immer gerne von den Ureinwohnern als Tee getrunken. Die Pflanze wird auch heute ausschließlich in Südafrika angebaut.
Sie wird bis zu 2 Meter hoch und gehört zur Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchte (wie Bohnen, Erbsen usw.).
Die dünnen, nadelartigen Blätter sind weich und grün. Von Juli bis Oktober (das ist in Südafrika Frühling) blüht der Roibusch mit gelben Blüten.
Erst wenn die Pflanze achtzehn Monate alt ist, kann sie geerntet werden.

Den Roibusch kann man als Tee einfach so zum Genuss trinken.
Da er kein Coffein enthält, putscht er nicht auf und entwässert auch nicht. Daher ist er auch für Kinder geeignet.
Auch für den Einsatz in der Heilkunde eignet sich der Roibuschtee. Er wirkt entspannend, gibt Kraft und hilft gegen leichte Verdauungsbeschwerden.
Auch bei Allergien kann man ihn versuchen. Da der Roibusch Fluor enthält, kann er auch gegen Karies vorbeugen.

 


Keine Tees sind eigentlich  Kräuter und Früchtetees.

Das Einzige, was sie mit Tee gemeinsam haben, ist das Aufbrühen mit heissem Wasser.
Da sie aber einen nicht kleinen Anteil am "Tee" Konsum haben, sollen sie nicht unerwähnt bleiben. Kräuter- und Früchtetees liegen im Trend, denn ihre wohltuende Wirkung wird heute groß geschrieben. „Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen“, sagt der Volksmund und erinnert sich damit an die vielfältigen Heilwirkungen der verschiedenen Pflanzen.
Kräutertees werden zu Heilzwecken schon seit Jahrhunderten getrunken – heute spielen sie aber als Lebensmittel durch die veränderten Verbrauchergewohnheiten eine wesentlich größere Rolle.
Kräuter- und Früchtetees haben einen erfrischenden Geschmack und enthalten kein Koffein. Einzige Ausnahme ist hier der Matetee.
Früchtetees sind auch eisgekühlt an heißen Sommertagen ein idealer Durstlöscher.
Kräuter- und Früchtetees werden je nach Sorte aus Blüten, Früchten oder Blättern hergestellt. Dabei müssen die verwendeten Früchte oder Kräuter einem hohen Qualitätsanspruch genügen.

Yogi Tee

Der klassische, nach dem Yoga-Lehrer Yogi Bhajan benannte und nach dessen Originalrezepten zubereitete Yogi-Tee enthält keinen schwarzen Tee und ist somit ebenso wie Früchtetee oder Kräutertee zu den teeähnlichen Getränken zu zählen. Der klassische Yogi-Tee besteht aus einer Gewürzmischung mit Zimt, Kardamom, Ingwer, Nelken sowie schwarzem Pfeffer. Diese Zutaten werden heiß aufgebrüht und dann mit warmer Milch aufgegossen.

Mate
Das Nationalgetränk Südamerikas

"Mate-Tee" klingt für viele Europäer noch fremd. Andere haben ihn vielleicht gerade neu für sich entdeckt.
Dabei hat der grünliche Aufguss aus den Blättern einer Stechpalme in anderen Regionen der Erde schon eine sehr lange Tradition. So z.B. in Südamerika, das man hierzulande zuallererst mit Kaffee assoziieren würde. Dort steht aber der Mate-Tee und eben nicht Kaffee ganz oben auf der Getränkeliste. Mate ist selbst ein hervorragender Lieferant des aufputschenden Koffeins und dabei wesentlich verträglicher als Kaffee. Dazu enthält Mate noch viele Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Wie in frühester Zeit wird Mate auch heute noch von den südamerikanischen Arbeitern als "Zaubertrank" gegen körperliche und geistige Ermüdung, Hitze und Hunger benutzt.
Der "Trank der Götter" oder das "grüne Gold der Indios" sind seine Beinamen. Sie weisen schon auf die Geschichte des Mate-Tees hin.